Ein Spielplatz für Misanjo

Paul Rütschi (25, Sportwissenschaftler, rechts im Bild) und Ruben Hoffmann (26, Sportjournalist) haben einen Traum. Gemeinsam wollen sie in Misanjo/Malawi einen Spielplatz für über 80 Waisenkinder bauen und anschließend eine Fussballliga für Jugendliche in den umliegenden Dörfern gründen. Ein wunderbares Projekt, das bereits viele Unterstützer gefunden hat. Und doch auf jeden einzelnen Cent angewiesen ist. Leon Herzog stellt die Jungs und ihr Projekt näher vor.


Hallo Paul, hallo Ruben! Erzählt mal – wie kamt ihr auf die Idee mit dem Spielplatz?
Paul: Die Idee kam mir, als ich im Frühjahr mit dem Rucksack durch den Senegal bis nach Gambia gereist bin. Neben den sehr schönen Seiten gibt es auch nicht so schöne. Armut zum Beispiel. Und die habe ich gesehen. Nach der Reise war mir klar: wenn ich das nächste Mal nach Afrika reise, dann nicht mehr bloß als Tourist.
Ruben: Ich wollte zu Beginn eigentlich „nur“ vor Ort eine Dokumentation über das Projekt drehen. Aber schnell war uns klar, dass man dieses Projekt mindestens zu zweit von Anfang bis Ende durchführen muss. Somit war ich ganz schnell doch auch ein Teil dieses Projektes. Seit April sind wir nun dabei, haben es aber erst vor wenigen Wochen öffentlich gemacht…

Warum ausgerechnet Misanjo?
Paul: Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Lebenserwartung dort liegt gerade mal bei 33 Jahren – wegen Hungersnot, Mangelernährung, HIV/AIDS und Malaria. Daher ist Malawi auch ein Land, in dem es sehr viele Waisenkinder gibt, die ihre Eltern verloren haben. Gerade diesen Kindern möchten wir Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben. Zu der humanitären Situation kommen Aspekte der Sicherheit und Verständigung: Malawi ist im regionalen Vergleich ein verhältnismäßig sicheres Reiseland. Und: wir können beide weder französisch noch portugiesisch oder Zeichensprache. Englisch geht allerdings. Und damit kommen wir in Malawi ganz gut zurecht (schmunzelt).

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Ruben (links) und Paul brauchen alles, was du nicht mehr brauchst!

Einen Spielplatz bauen, eine Fussballliga gründen – gibt es weitere Ziele?
Ruben: Nein, das sind schon zwei Aktionen, die genug Planung und Organisation bedürfen. Wir lassen uns aber offen, über die geplante Zeit von sechs Wochen hinaus in Malawi zu bleiben. Wenn wir sehen, dass unsere Hilfe auch an anderen Orten oder Projekten unseres kooperierenden Fördervereins gebraucht werden kann, würden wir gern länger bleiben.

Wann beginnt euer Abenteuer?
Paul: Im Juli gehts endlich los. Dann haben wir Semesterferien. Wir werden in Misanjo mit einem großen Fest begrüßt. Zwar gibt es wohl keinen Sektempfang, aber sicher eine nette malawische Alternative.

Ihr habt bereits diverse prominente Unterstützer für euer Projekt gewonnen. Wie kam der Kontakt beispielsweise zu Matthias Opdenhövel oder Christian Streich zustande?
Ruben: Wenn man zu zweit ist, dann verdoppelt sich schon mal die Anzahl an wichtigen Kontakten. Wir haben zu Beginn gar nicht gewusst, welche Promis man so über Umwege kennt. Das haben wir uns natürlich zu Nutzen gemacht. Und so haben wir dann doch den einen oder anderen Kontakt herstellen können und gefragt, ob Interesse besteht, unser Projekt mit einer Videobotschaft oder anderen Mitteln zu unterstützen. Neben Matthias Opdenhövel und Christian Streich haben sich unter anderem auch schon Claus-Dieter Wollitz oder Spieler von Darmstadt 98 engagiert. Da werden auch noch weitere Promis folgen…

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Die Kids in Misanjo freuen sich schon jetzt auf Ruben und Paul. Grüße und das Foto sendet Amos, Ansprechpartner vor Ort.

Erwünscht sind vor allem Spenden und alles rund um den Fussball…
Paul: Ja, letztendlich können wir alles gebrauchen, was mit Fussball zu tun hat. Primär haben wir da aber schon an Schuhe, Trikots und Bälle gedacht, da das für uns die nötige Grundausstattung abdeckt. Wir wissen, dass der Fussball in Malawi mit viel Leidenschaft betrieben wird. Die Kinder und Jugendliche werden froh sein,
überhaupt Schuhe an ihren nackten Füßen tragen zu dürfen und mit Bällen zu spielen, die nicht aus Müll sind.

Mario Götze hat neulich seinen WM-Schuh für den guten Zweck versteigert. Zwei Millionen Euro sind dabei rumgekommen. Nun haben wir kürzlich Eric Maxim Choupo-Moting in einer hübschen Rosen-Jacke gesehen. Die ließe sich doch bestimmt doch auch noch sinnvoll weiter verwenden…?!
Paul: Klar! Immer gerne. Es ist kaum vorstellbar, was wir in Misanjo alles mit ein wenig Geld erreichen können. Auf der anderen Seite ist es aber so, dass wirklich jeder Euro, der gespendet wird, so unglaublich wichtig ist. Mit jedem Cent nimmt unser Projekt Form an. Wir merken selbst, dass es nicht leicht ist, viele Menschen zu überzeugen, für einen guten Zweck zu spenden. Wenn es aber um ein eigenes Paar Schuhe geht, greift man zu unglaublichen Summen heutzutage…

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Eric Maxim Choupo-Moting, willst du diese Rose haben?

Wir schauen mal, was sich da bezüglich der Rosen-Jacke machen lässt. Gibt es abschließend etwas, das ihr noch unbedingt loswerden möchtet?
Ruben: Wir finden es klasse, dass ihr drüber berichtet und freuen uns, dass unser Vorhaben zur Kenntnis genommen wird. Wir und die Menschen in Malawi sind auf jede kleine Spende angewiesen. Auf Facebook können alle Interessierten das Projekt verfolgen. Dort kann man auch sehen, wo und wie die jeweiligen Spenden eingesetzt werden. Transparenz ist uns wichtig. Und wenn wir alle am Ende in glückliche Kindergesichter gucken, haben wir doch ne Menge erreicht, oder?

www.ein-spielplatz-fuer-misanjo.com


(Das Interview führte Leon Herzog)
(Fotos: Ein Spielplatz für Misanjo & Sky Screenshot)

 

 

 

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