Spieltag 1: Pep war im Stadion!

Hub, Hub, Hubschraubereinsatz! Nein, in dieser neuen Rubrik geht es nicht um Huub Stevens. Aber knurren kann Lars Kranenkamp a.k.a. Burning Bush (37) sicher auch. Unser neuer Kolumnist ist der spektakulärste (und einzige) FUMS-Deal des Sommers und verstärkt ab sofort die leicht angestaubte Abteilung Attacke. Wo der Hubschrauber im Einsatz ist, brennts. Wo der Hubschrauber im Einsatz ist, sollte man vielleicht nen Schritt zurücktreten. Wo der Hubschrauber im Einsatz ist, wird zu Höhenflügen angesetzt. Das alles künftig an dieser Stelle. Und Fussball ist natürlich auch dabei. Geil.


Erster Spieltag, wie geil. So scharf war ich das letzte Mal Ende der 80er, irgendwann in Dänemark. Sommer, gemischte Jugendfreizeit, wenig Fussball.

Auftakt am Freitag eher unspektakulär. Hier wurde im Kleinen lediglich schon einmal die Saison des designierten Meisters durchgespielt. Immerhin, dem 40-minütigen Mithalten des öffentlich gerade mal wieder derbe angezählten HSV ist es zu verdanken, dass  beiderseits die gleiche Sportart zu erkennen war. Danke dafür. Ansonsten ermüdende Dominanz, braucht kein Mensch. So oder so, die Mia san Mia-Connection wird auch 2015/2016 in der Liga kaum zu stoppen sein. Zwei Aspekte fielen positiv auf. Da wäre zum einen Douglas Costa – der Mann macht einen echt starken Eindruck, findet auch Mario Götze. Und zum anderen: Pep war im Stadion! Nachdem er auf Pressekonferenzen bei unterklassigen Pokalgegnern ja nicht zwingend seine Zeit verschwendet, fragte man sich ja zurecht bis zum Schluss, ob Saison-Eröffnungsspiele überhaupt sein Ding sind…

Favre? Der Typ kann ja gar nichts!
Trainerkollege Tuchel ließ mit seinem BVB auch keinen Zweifel daran, dass es ihm ernst ist. Er scheint nicht gewillt, sich noch länger täglich lästigen Klopp-Vergleichen auszusetzen. Überzeugende Leistung gegen Gladbach, klar. Wie hier aber nach nur einem Bundesliga-Sieg mit seinem neuen Klub medial kollektiv gelobhudelt wurde und wird, verschlägt mir schon dezent die Sprache. Der weitgehend humorphobe Ex-Mainzer Taktik-Maniac hat sie alle verzaubert – anders kann man es sich nicht erklären. Ich sag’s mal so: Wenn lediglich ein Bundesliga-Sieg von Tuchel dessen vollumfängliche Fußballkompetenz wirklich so belegt wie es einem gerade von fast allen Seiten suggeriert wird, dann müsste Lucien Favre im Grunde bereits in diesem Moment seine Koffer packen – der Typ kann ja gar nichts.

Apropos Koffer, auf einen Geldkoffer warten sie in Bremen nach wie vor. Packung gegen Schalke 04 – personell waren das schon Welten. An der Weser geht schon wieder einiges, die Angst um zum Beispiel, aber nicht das Geld. Letzter Ausweg „Haste mal ’n Zehner?“ – mit dem alten Schnorrermotto geht vielleicht für’s Mittelfeld noch irgendwas, Transferfenster steht ja noch weit offen. Sollte sich der Verein natürlich plötzlich doch noch entscheiden, seinen Manager durchschnittlich bezahlen zu wollen, riecht’s in der Kasse schon wieder nach Ebbe – einige behaupten nach Wüste.

Ingolstadt: Aufsteigen, zurückziehen, akribisch arbeiten, punkten
In Hannover hat “The Fronz” bereits einen Punkt gegen Darmstadt eingefahren und damit  jetzt schon mehr zuwege gebracht, als ihm Fussballdeutschland für sein komplette Amtszeit bei 96 zugetraut hatte, Cheapeau! Ingolstadt besorgte sich in Mainz sogar einfach direkt mal drei Punkte. Was mir dabei imponiert: Die Nachricht vom Sieg war  gefühlt  das Erste, was ich seit dem Aufstieg von diesem Verein gehört habe. Aufsteigen, zurückziehen, akribisch arbeiten und dann am ersten Spieltag direkt einen etablierten und ambitionierten Erstliga-Klub wegschieben – find ich gut. Was war noch? Leverkusen – Hoffenheim. Klasse.

Zum Schluss noch mein Comeback des Spieltags. Emir Spahic, der Vinnie Jones ohne Coolness-Faktor ist wieder da und zwar genau, wie wir ihn alle lieben. Hach! Gut, er scheint sich in dieser Saison wieder mehr dem aktiven Personal auf dem Rasen zu widmen (da freut sich der Verein – lassen sich mehrfach grenzwertig gefoulte Weltklassestürmer a la Lewandowski dem Publikum doch deutlich besser vermitteln als zusammengetretene Ordner), aber im Grunde ist er wieder der Alte. Keiner wollte ihn, alle waren sich einig – dann kam der Besenwagen aus Hamburg-Stellingen vorbei und zeigte Erbarmen. Nun ist er wieder ganz der Alte, droht eigenen Mitspielern unvermittelt Schläge an und scheint auf dem direkten Weg zum absoluten Publikumsliebling. Durch den Hamburger SV zurück im Leben und wieder im Geschäft – das geht an’s Herz. Demnächst dann auch als Sonntagsfilm im ZDF.


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Lars Kranenkamp

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