Tedescos Tanz auf der Rasierklinge

Was ist da eigentlich auf Schalke los? Neue Saison, neuer Trainer, Neuanfang – alles wie immer, könnte man meinen. Und doch ist dieses Jahr etwas anders. Der neue Coach Domenico Tedesco greift rigoros durch, nimmt keine personelle Rücksicht auf verdiente Spieler. Alles unter dem Ziel „Verwirklichung sportlicher Überzeugungen.“ Höwedes weg, Geis weg, Max Meyer „Stand jetzt“ 2018 weg. Ist das der ganz große Umbruch? Die Ruhe vor dem nächsten Sturm? Oder die Grundsteinlegung für ungeahnte Erfolge?


Ein Kansas City Shuffle funktioniert, weil „alle Welt nach rechts guckt, während du links rumgehst.“, so Mr. Goodcat (Bruce Willis) in „Lucky Number Slevin“. Ganz Fußball-Deutschland hangelt sich mit Confed-Cup, U21 EM, dem Rekordtransfer von Neymar und dem damit verbundenen Domino-Effekt (Dembélé etc…) durch die Sommerpause – und mehr oder weniger unbemerkt leiten das Duo Tedesco/Heidel den größten Umbruch der jüngeren Schalker Vereinsgeschichte ein. Mit Abgängen wie Kolasinac, Huntelaar, Aogo, Choupo-Moting. So weit. So „ruhig“ auf Schalke.

Weitaus weniger ruhig wurde allerdings der Abgang von Benedikt Höwedes diskutiert. Erst der Verlust des Kapitänsamtes durch den Trainer – um „Verantwortung zu übergeben und auf mehrere Schultern zu verteilen“ und um sich „mehr auf Fußball konzentrieren zu können“ (Heidel). Nach aufkommenden Wechselgerüchten dann Tedesco mit dem Hammer: „Reisende soll man nicht aufhalten.“ Ganz offensichtlich hat es ordentlich gekracht zwischen dem neuen Coach und der Vereinslegende. Und jetzt ist nicht nur Höwedes weg, sondern auch noch Johannes Geis, der den Verein ebenfalls verließ und den letzten Flieger Richtung Sevilla nahm. Wow, was für ein Kaderchaos. Oder sollte man sagen: Frischzellenkur?

Das gefährliche Spiel von Tedesco und Heidel: All or nothing

Tedesco weiß, dass jede Niederlage an den Stammtischen Gelsenkirchens heiß diskutiert wird. Jetzt vermutlich auch noch jeder Abwehrfehler. „Das wäre dem Höwedes nie passiert…“ Erster Adressat der Kritik dann natürlich: Der Trainer. Auf Schalke nicht die besten Voraussetzungen für einen gesicherten Job. Bei der ersten Gelegenheit aufmucken und als Jahrgangsbester des DFB-Trainerlehrgangs grandios scheitern, davon kann nicht nur Holger Stanislawski ein Lied singen. Aber was ist, wenn Schalke genau diese Impulse für eine erfolgreiche Saison gebraucht hat? Dann hätte Tedesco die von Olli Kahn seinerzeit geforderten „Eier“ gezeigt und mit der Bändigung des schwererziehbaren Kindes Schalke 04 „alles richtig gemacht“.

Manager Christian Heidel steht ebenfalls ein Balanceakt bevor: Inwieweit und wie lange lässt er den unbequemen Weg des Trainers zu und: wie oft kann etwaigen Misserfolgen den Stempel „Eingewöhnungsphase“ aufdrücken? Auch Heidel muss langsam liefern. Bei den Anhängern und bei Clemens Tönnies. Hatten sich doch alle gleichermaßen mehr Kontinuität und Erfolg vom ehemaligen Mainzer Manager erhofft. Nun denn – der Saisonstart verlief mit einem Sieg und einer Niederlage so lala. 50:50 also. Ob das Chancenverhältnis auf das Erreichen der Europa League am Ende der Saison und Tedescos Verbleib über die Saison hinaus ähnlich aussieht, darf Stand jetzt bezweifelt werden.


Von Sven Hanke

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