Weltmeister gegen Neuland

Deutschland gegen Gibraltar – Fussball-Weltmeister gegen Fussball-Neuland. Ein Spiel, das so langweilig ist, dass fast schon wieder spannend ist. Die 30.000 Einwohner des Zwergen-Staates dürften das Spiel zelebrieren wie einen Nationalfeiertag. Deutschland hingegen? Pflichtaufgabe und die Frage: trifft Lukas Podolski auch endlich mal wieder?

Nein, man sollte Gibraltar wahrlich nicht unterschätzen. In allen Mannschaftsteilen verfügt das Team über hochqualifizierte Spieler – in ihren jeweiligen Berufszweigen. Auf der linken Außenbahn beackert ein Bauarbeiter das Feld, ein Polizist sorgt für Ordnung im Mittelfeld. Und selbst die Feuerwehr ist mit Jordan Perez, dem Nationaltorhüter Gibraltars, vor Ort. Im Strafraum dürfte also nichts anbrennen – sorry, diese Anmerkung musste auch zwei Tage nach dem „Tag des schlechten Wortspiels“ noch sein.

Gibraltar besser als Brasilien?
Wenn es nach Keeper Perez geht, dann kassiert sein Team weniger Treffer als Brasilien im WM-Halbfinale. Gar nicht so unrealistisch – im Schnitt bekommt Perez 5,6 Buden pro Spiel. Aber mal ehrlich – ein 1:7 wäre für Gibraltar schon ein Erfolg. Doch selbst das eine Tor für den Underdog ist lediglich Tagträumerei, zumal Christoph Kramer kurz vor Spielbeginn mit Rückenbeschwerden abreisen musste. Wer sonst soll für den Fussballzwerg treffen?

Letztendlich wird den DFB-Herren die Anzahl der erzielten Tore egal sein – wichtiger sind drei Punkte. Vor allem für Thomas Schneider. Der neue Co-Trainer hat eine bisher unterirdische Bilanz von einem Remis und einer Niederlage. Damit sich dies schnell ändert, werden Ginter, Rüdiger, Rudy und Co. auf dem Platz alles tun. Allein was das bedeutet, dürfte allen klar sein. Fussballerischer Hochgenuss in Nürnberg. Aber das kennen sie dort ja ohnehin nicht anders.

Von Marcel Kuhnt
(Foto: imago)

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