Das wahre Stimmungsbild in Giesing

1860 München ist im Sommer 2017 tief gefallen. Nach dem sportlichen Abstieg in die 3. Liga (mit dem drittteuersten Kader der 2. Liga) verweigerte Investor Hasan Ismaik notwendige Zahlungen für die Drittliga-Lizenz und versenkte den Verein damit in den Niederungen der Regionalliga Bayern. Wenige Monate nach diesem Absturz beschäftigt sich eine ARD-Dokumentation mit dem Titel „Nie mehr 1. Liga“ unter anderem mit den Münchner Löwen und zeichnet ein Bild der Trauer und des Frusts rund um den Verein. Entspricht diese Darstellung der Realität? Keineswegs, sagt Christian Jung. Ein Gastbeitrag.


Nach 12 Jahren im roten Exil, tristem Zweitligafußball in einer völlig überdimensionierten und in der Regel nicht mal zu einem Viertel gefüllten „Arena“, spielen wir nun wieder in der Heimat, in Giesing, wo jedes Spiel ein Volksfest ist. Vorher und danach bevölkern hunderte von Fans die Kneipen rund um das Stadion, die natürlich bei weitem nicht alle einen Platz innen finden, sondern für große Menschentrauben auf den Straßen sorgen. Zum ersten Heimspiel nach über 12 Jahren hatte gefühlt jeder zweite Tränen in den Augen, als er/sie das Viertel und später das Stadion betrat.

Foto: CR-Fotos

Die Auswärtsfahrten nach Buchbach, Schalding oder Garching sind für eine Vielzahl von Anhängern eine willkommene Abwechslung, nachdem man in den Jahren zuvor diverse Male Sandhausen, Fürth oder vergleichbare attraktive Fußballstandorte aufgesucht hatte. Es ist für uns die erste Saison in der Regionalliga, die beiden im Film zitierten Allesfahrer mögen darunter leiden, weil sie immer noch von der ihnen versprochenen Championsleague träumen – für die allermeisten Fans, die die Löwen begleiten, ist das eine neue Erfahrung. Ich gebe zu, dass nach zwei oder drei Spielzeiten Regionalliga ein gewisser Frust aufkommen würde, immer wieder auf Dorfplätze in der Provinz zu müssen.

Im Moment ist die Stimmung eine völlig andere: Spaß an etwas neuem.

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Und abschließend noch eine rein sportliche Bewertung: Wir sehen nach vielen Jahren wieder mal eine (sehr junge und sympathische) Mannschaft, bei der bei weitem nicht alles perfekt funktioniert, aber die bereit ist, für den Löwen auf der Brust alles zu geben, die kämpft, kratzt und beißt und die dafür – und das ist auch wichtig – belohnt wird: 11 Spiele, nur eine Niederlage (ausgerechnet die wurde in dem Beitrag ausgewalzt), souveräner Tabellenführer mit den meisten geschossenen Toren (27) aller Regionalligisten in ganz Deutschland. Zu Hause (und da schließt sich der Kreis zu meiner obigen Schilderung der Heimspiele) ungeschlagen mit fünf Siegen und einem Unentschieden (auch das wurde als einziges Heimspiel in dem Beitrag thematisiert).

Foto: CR-Fotos

Ich habe gestern rein zufällig ein wenig Zweitligafußball auf Sky angeschaut und da muss ich sagen: Wer behauptet, das sei viel besser anzuschauen, als die Löwenspiele in der bisherigen Saison, der macht sich was vor.

Mir – und so geht es sehr vielen Löwen, mal von den in der TV-Doku zu Wort gekommenen Allesfahrern Franz Hell, Fritz Fehling und vielleicht noch ein paar anderen abgesehen – fehlt die 2. Liga kein bisschen.
Ich wurde im Dezember 2016 im Münchner Merkur bei einem Stimmungsbild unter den Fans mit den Worten zitiert, dass Sechzig endlich wieder Spaß machen soll… Ich hätte nicht gedacht, dass es auf diese Weise passiert, aber es ist Fakt:

Sechzig macht endlich wieder Spaß!

Soviel zum tatsächlichen Stimmungsbild.


Gastbeitrag von Christian Jung, 1860-Fan

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1 Reaktion

  1. Miller1966 sagt:

    Christian jung ist eine koriphäe in puncto Peinlichkeit. Vielleicht die Ruinenanhänger finden das tolle Feeling nett, nicht aber der normaldenkende Löwe

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