Der Jochen-Breyer-Arbeitsnachweis

Bockstarke Doppelpässe nach Spielende zwischen ZDF-Mann Jochen Breyer und Pep Guardiola! Erst gabs ein kleines Schmankerl im Gespräch mit Mertesacker, dann ging es im Interview mit dem Bayern-Coach ins Eins-gegen-Eins, als es um dessen Zukunft beim Rekordmeister ging. Wir haben den Arbeitsnachweis.


Erster Gesprächsgast nach dem 5:1 der Bayern gegen Arsenal war London-Verteidiger Per Mertesacker. Breyer wollte direkt das erste Gegentor hinterfragen und konfrontierte Mertesacker: „Ich glaub, die Abseitsfalle ist da ins Leere geschnappt, oder?“ Mertesacker irritiert: „Es gibt keine Abseitsfalle.“

Zack! 0:1 Breyer.

Dann kommt Pep Guardiola ins Studio. Breyer begrüßt den Trainer mit fließendem spanisch und stellt direkt seine erste Frage. Doch Guardiola schaut verduzt, sagt dann (ebenfalls auf spanisch): „Denken Sie, mein deutsch ist zu schlecht?“ Die von Breyer auf spanisch gestellte Frage beantwortet der Bayern-Trainer anschließend auf deutsch.

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Ein kurioser TV-Moment – und das 0:2 für Breyer.

Doch es geht noch weiter:

Breyer: „Pep Guardiola, wir verstehen ja, dass Sie keine Fragen mehr zu Ihrer Zukunft beantworten wollen…“
Guardiola: „Ja!“
Breyer: „Wann sind die Fragen zu Ihrer Zukunft wieder erlaubt? Nach der Länderspielpause?“
Guardiola: „Nein.“
Breyer: „Auch nicht erlaubt?“
Guardiola: „Nein, nein, nicht erlaubt.“
Breyer: „Also gibts keine Lösung in der Länderspielpause?“
Guardiola genervt: „Ist nicht erlaubt.“
Breyer: „Nicht erlaubt, dann halten wir uns gerne dran. Vielen Dank, dass Sie hier waren.“

Dieser kleine Schlagabtausch war erstklassig, was die journalistische Sorgfaltspflicht betraf und der Versuch Breyers, etwas aus dem so schweigsamen Guardiola rauszuquetschen. Ein Schmunzeln konnte sich aber selbst Oli Kahn nicht verkneifen: Guardiola untersagt Fragen zu seiner Zukunft. Breyer fragt dennoch nach, sagt dann aber, er halte sich gern an Guardiolas Anweisung, nicht danach zu fragen.

Am Ende eine knappe 1:2-Wertung und die Erkenntnis, dass Interviews mit dem ZDF-Mann meist alles andere als langweilig sind.

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FUMS

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7 Reaktionen

  1. Haeri sagt:

    Die drei Momente, die im Text angesprochen wurden und zum 0:3 gegen Breyer führen, haben mich auch sehr amüsiert. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass den peinlichsten Auftritt Oliver Kahn im Pre-Game-Interview mit Matthias Sammer (und Breyer) hingelegt hat. Auf Breyers Frage an Sammer antwortete mehrmals Kahn als wäre die Frage völlig lächerlich. Breyer wies Kahn dann mit einem „Lass ihn doch einfach mal antworten“ zurück… Kahns bester Momement kam nach dem „Abseitfallen-Moment“ als er in einer tatsächlich taktischen Diskussion mit Mertesacker überein kam, dass man ohne Druck eben keine Abseitsfalle spielen könne. Daher würde ich den Abend als 1:3 gegen Breyer werten. Das Moderatoren-Duell zwischen Breyer und Kahn geht 1:1 aus.

  2. Albo sagt:

    Ich kann Euch als im Ausland lebender Deutscher versichern, wenn Dich einer nach 100ten deutschprachiger Interviews im deutschen Fernsehen auf Spanisch anspricht ist dass kein netter Service, sondern eine ziemliche Beleidigung.

  3. Ryker sagt:

    Ich sehe das ähnlich wie Euphoniac. Vielleicht stellt Breyer sein gutes Spanisch etwas zu offen ins Schaufenster, aber ansonsten sollte sich Guardiola lieber erfreut zeigen. Zumal Breyer dessen spanischen Ausführungen hätte übersetzen können. Bei seinen deutschen Antworten war das schon schwieriger. Obwohl ich es im Grunde ja auch super finde, dass er es auf Deutsch probiert. Zeigt seine Achtung.

    Bei der Frage nach der Zukunft: Probieren kann man es ja mal. Und nochmal. Und meinetwegen auch nochmal. Das Grinsen von Kahn interpretiere ich auch nicht als „peinlich berührtes“, sondern eher als amüsiertes, ob der souveränen Reaktion von Guardiola.

    Und Béla Réthy…

  4. Euphoniac sagt:

    Oh, ich sehe gerade euer Béla-Réthy-Bingo zum Arsenal-Spiel. Gute Arbeit!

  5. Euphoniac sagt:

    Man kann fast alles an und bei den deutschen Moderatoren und Kommentatoren kritisieren, aber die hier angeführten Punkte finde ich eher an den Haaren herbeigezogen. Zum „0:1“: Ob man da nun von Abseitsfalle oder nicht sprechen will, ist eine rein terminologische Frage. Weder blamiert sich hier Breyer, noch hätte Mertesacker so kurz angebunden antworten müssen. Zum „0:2“: Breyer führte bereits früher mit Guardiola Interviews auf Spanisch. Außerdem ist es grundsätzlich vorzugswürdig und ein netter Service, das Interview mit dem Interviewten in dessen Muttersprache zu führen, zumal Guardiolas Deutsch für Interviews wirklich nicht gut genug ist. Zum „0:3“: Derzeit dürfte es die Königsdisziplin darstellen, Guardiola etwas Substanzielles zu seiner Zukunft zu entlocken. Da rechne ich es Breyer hoch an, dass er es schafft, dreimal nachzufragen, ohne dass Guardiola deswegen komplett schweigt oder wortlos das Studio verlässt. Im Übrigen betrachte ich die Sache mit Klopp nicht als Debakel. Im Gegenteil: Wenn ein Moderator es schafft, sein Gegenüber zum Ausrasten zu bringen, dann ist das gut für den Unterhaltungswert und zeigt, dass der Moderator alles richtig gemacht hat.

    Wollte man sich an diesem Abend unbedingt jemanden vorknöpfen, würde sich eher Béla Réthy anbieten. Das war (wie immer) durchgehender Schwachsinn von ihm, u. a. sprach er David Alaba einmal falsch aus („Deivid“). Am lächerlichsten war allerdings seine Anmerkung kurz vor dem Anpfiff, es sei Bayerns „Taktik“, mit vier deutschen Weltmeistern zu spielen. Ich bin heilfroh, dass Guardiola Bayern-Trainer ist und nicht Réthy, auch wenn Letzterer besser Deutsch (dafür jedoch durchgehend gequirlte Scheiße) spricht. Wirklich Ahnung von Fußball hat keiner der in Deutschland tätigen Kommentatoren, aber Réthy ist am unsouveränsten, wenn es darum geht, die eigene Ahnungslosigkeit zu kaschieren.

  6. Benjamin sagt:

    Aha guardiola sieht auf dem Bild aber eher aus wie Philipp lahm.

  1. 28. Dezember 2015

    […] Guardiola im Interview mit Jochen Breyer darauf bestand, Deutsch radezubrechen anstatt sich dolmetschen zu lassen (»Denken Sie, mein […]