Ich höre immer nur: „Das ist der Markt…“

Marco Hagemann ist der neue Mann für die Bundesliga-Freitagsspiele: Wir haben ihn zum Start der neuen Saison getroffen und mit ihm über Eurosport, DAZN, RTL und Sky gequatscht. Ein Gespräch über Multi-Abonnements, alte und neue Kollegen, „Wetten dass…?“ und unsere FUMS-Arbeitsnachweise.


FUMS: Bundesliga, Premier League, Tennis, Major League Soccer, Frauen-WM, Nationalmannschaft, kicker-talk – Marco, passt das eigentlich noch alles auf deine Visitenkarte?
Marco Hagemann: Joa…das schon, aber das wird im Sinne einer gewissen Profilschärfung klar reduziert in der kommenden Saison. Die MLS zum Beispiel werde ich nur noch in Ausnahmefällen machen. Also wenn es mal passt. Bock habe ich ja immer, aber der Terminplan ist absolut voll mit NITRO, eurosport sowieso, dann kommt der Kicker-Talk wieder dazu, DAZN geht weiter, dann die Nationalmannschaft bei RTL. Man muss sich außerdem immer selbst fragen: was kannst du überhaupt noch leisten? Drei Spiele am Wochenende zu kommentieren, das ist einfach nicht mehr machbar.

Du hast deine Arbeitgeber selbst angesprochen: RTL, RTL NITRO, eurosport, DAZN. Kannst du schwer „Nein“ sagen?
Ein gewisses Manko, an dem ich gerade arbeite, um es abzustellen.

Und wenn nächste Woche drei weitere Angebote kämen?
Naja, es muss immer die Frage gestellt sein: Von wem sollen da noch Angebote kommen? Ich fühle mich aktuell sehr gut aufgehoben bei Discovery, RTL und DAZN.

Vor einem Jahr hast du in einem Interview mit Quotenmeter gesagt: „Natürlich ballt sich Live-Sport immer am Wochenende, aber unter der Woche kommt man dann schon zur Ruhe. Das wäre vielleicht auch noch ein Tipp für die Jungen: Drei Spiele an einem Wochenende zu machen, das ist eigentlich schon zu viel. Das muss ja alles vorbereitet werden – und wenn man dann sogar noch zwischen den Ligen switched, dann wird’s heftig.“ Wir blicken mal kurz auf die vergangene Woche von Marco Hagemann: Donnerstag Frauen EM-Halbfinale Österreich – Dänemark, Samstag Supercup Dortmund – Bayern, Sonntag Community Shield-Finale Arsenal – Chelsea, Montag schon wieder 100% Bundesliga…
Das sind tatsächlich auch Ausnahmen. Ich habe damals gemeint, dass es viele gute Nachwuchskommentatoren gibt, die jedes Wochenende aus drei Spiele aus drei verschiedenen Ligen machen. Man muss das differenzieren: Bei der Frauen-EM zum Beispiel, habe ich das Turnier permanent verfolgt, hatte beide Teams mehrfach gesehen. Somit ist dann die Vorbereitung überschaubarer. Vor dem Supercup hatte ich ebenfalls bereits Testspiele von Dortmund und Bayern gesehen, auch das macht es dann natürlich leichter.

Reicht es dir, die Teams zu beobachten im Vorfeld? Andere Kommentatoren schreiben sich zu jedem Spieler die halbe Lebensgeschichte auf…
Mache ich auch, klar. Aber der Eindruck ist das entscheidende. Wie sind die drauf? Und dazu kommen dann Statistiken. Das ist mein Anspruch, zu jedem Spieler, zu jeder Spielerin alles zu wissen. Ich versuche, alles rauszukriegen.

Ich lasse natürlich Boulevard-Themen raus. Ob der Spieler auf irgendeinem Volksfest unterwegs war oder sich ein neues Auto gekauft hat, das ist mir vollkommen Latte. Boulevard-Themen interessieren mich nicht.

Wenn du dich entscheiden müsstest: Kommentator oder Moderator?
Ich sage es mal so: Im Hauptberuf bin ich ganz klar Kommentator. Was das Moderieren betrifft, da habe ich eine neue Leidenschaft entdeckt, bisher ca. 45 Sendungen gemacht und mir macht das sehr großen Spaß. Aber an erster Stelle steht ganz klar das Kommentieren.

Wenn das ZDF 2020 sagt: Wir rollen Wetten dass..? wieder auf und suchen einen lockeren, coolen, frischen Moderator…
Also – bei Wetten dass…? würde ich Nein sagen. Da bleibe ich mir treu. Es geht darum a) zu wissen, was man kann und b) es gibt so einen platten Ausdruck: „Schuster, bleib bei deinen Leisten.“ Ich bin mit Sport groß geworden, ich habe den Beruf des Journalisten von der Pike auf gelernt. Der bin ich und der bleibe ich. Anderweitige Formate, die mit Sport rein gar nichts zu tun haben, kann ich mir nicht vorstellen. Und ich würde sie auch nicht machen. Das Format „Ewige Helden“, welches ich bei VOX kommentiere, ist das Gegenbeispiel. Ich habe „Ewige Helden“ deswegen zugesagt, weil es mit echtem Sport zu tun hat. Es dreht sich alles um die Athleten, die da mitmachen, ehemalige Olympiasieger, Spitzensportler. Da habe ich gesagt: Okay, das passt zu mir.

Kollege Frank Buschmann ist ja genau diesen Weg gegangen, erst nur Sport, dann nebenbei „Schlag den Raab“, jetzt steht er bei „The Wall“ (RTL) und gibt den Showmoderator, wobei man „The Wall“ am Ende auch als eine Art Wettkampf auslegen kann…
(schmunzelt) Man kann das alles auslegen. Nein…nein. Buschi macht das, der hat da Spaß dran. Und dann geht der da seinen Weg. Und ich gehe einen anderen Weg.

 

Wie siehts bei dir mit eSports aus? Denkbar, dass Marco Hagemann in paar Jahren ein großes eSports-Event kommentiert? Oder dann doch lieber weiter ProEvo mit Hansi Küpper?
Ich muss zugeben, dass ich mich in dieser Welt nicht wirklich gut auskenne. Ich habe heute im kicker gelesen, es geht manchmal um 23 Mio. Dollar bei diesen Turnieren. Das ist unfassbar, was dahinter steckt. Diese Spiele, gerade auch ProEvo, die sind absolut realitätsnah geworden, das muss man wirklich sagen. Aber nichtsdestotrotz bleibt es eine andere, eine digitale Welt, da ist mir der echte Fußball einfach lieber.

Du hast Sky verlassen, obwohl es damals DIE Adresse war in Sachen Bundesliga und Champions League. Da muss man natürlich mal nach den Gründen fragen…
Das war für mich einfach eine große Chance, zur RTL und zur Nationalmannschaft zu gehen. Im September 2014 war ich 37 Jahre alt. Ich weiß nicht, wer mit 37 alles schon Nationalmannschaft kommentiert hat. Gab wahrscheinlich schon welche vor mir, aber die Nationalmannschaft zu kommentieren, war einfach ein großer Traum. Genauso wie es ein großer Traum ist, das CL-Finale zu kommentieren. Oder das WM-Finale. Und klar, mich reizte auch, dass RTL eine größere Reichweite hat. Das passte halt in dem Moment und ich habe diesen Schritt noch keine einzige Sekunde bereut.

Ich habe mir über das mögliche Image von RTL an sich überhaupt keine Gedanken gemacht, sondern die Sportredaktion komplett losgelöst gesehen von allen anderen Formaten, zu denen man übrigens stehen kann wie man will.

Ich wusste, dass RTL Sport richtig gut macht, das haben sie bei der CL und beim Skispringen bewiesen, das beweisen sie bei der Formel 1 und beim Boxen. Und ich glaube, dass wir auch vernünftige Übertragungen machen bei der Nationalmannschaft. Da kommt kein Feuerwerk und keine roten Teppiche, aber wir versuchen, es fußballlastig zu machen.

Zu deinen neuen Kollegen gehören jetzt wieder Jan Henkel (eurosport) und Thomas Wagner (RTL NITRO). Was ist da los bei Sky, dass die all ihre guten Leute verlieren? Das ist ja schlimmer als beim SC Freiburg…
Das sind ja individuelle Entscheidungen, die da getroffen worden sind. Sowohl bei Jan als auch bei Thomas…

Bestätigt dich das in deiner Entscheidung von damals?
Ich habe mich damals ja nicht gegen Sky, sondern vielmehr für RTL entschieden. Wie das bei den anderen beiden war, kann ich nicht beurteilen. Beide waren über ein Jahrzehnt bei Sky – und ich sage immer: Sky ist nicht das Universum. Warum soll es nicht auch da personelle Veränderungen geben? Da kommen auch junge Kollegen nach. Es freut uns alle drei, ich denke, ich kann da auch für die beiden sprechen, wenn viele sagen: Da hat Sky jetzt auch echt gute Leute verloren. Aber es werden immer auch gute Leute nachkommen.

Aus „Alle Spiele, alle Tore“ bei Sky 2016 ist 2017 ein breites Paket geworden. Freitagsspiele sind bei eurosport jetzt. Was glaubst du – wie wird man die Bundesliga 2025 verfolgen?
Weiß ich nicht. Wir müssen uns da in Deutschland vielleicht auch daran gewöhnen, das ist in anderen Ländern längst normal: Golf läuft auf dem Golf Channel, Fußball hier, NBA da…das ist eine unglaubliche Sendervielfalt teilweise. Das kommt jetzt hier so langsam, weil große Player auf den Markt treten. Discovery steckt hinter eurosport, Perform hinter DAZN, Amazon ist auch schon da und hinter Sky steckt übrigens auch eine Menge Power. Ich verstehe alle Zuschauer, die in Aufruhr sind und sagen: Wo kriegen wir was? Das ist viel Geld, das wir bezahlen müssen – in der Summe gesehen.

Am Ende werden sich die Leute das raussuchen, was sie sehen wollen. Ich höre immer diese Sätze: „Ja, das ist der Markt…“, ich höre nicht mehr „Ja, das ist der Fußball.“ Das ist eine gefährliche Situation.

Ich hoffe, dass sich die Preise nicht all zu sehr von der Basis entfernen. Die andere Seite der Medaille ist aber positiv: Es sind unglaublich viele neue Jobs entstanden. Die gab es viele Jahre gar nicht. Ich sage nur eins: Wir haben kein Gesetz in Deutschland, in dem geschrieben steht: Für alle muss der Fußball frei zugänglich sein. Das gibt es nicht. Da sind wir in einer Marktwirtschaft. Ich verstehe diese Unruhe. Bitte aber auch in andere Länder gucken. Da ist der Fußball viel, viel teurer als in Deutschland.

Eigentlich schon mit Matthias Sammer gequatscht?
Ja, klar. Wir haben einen sehr guten Draht zueinander. Ich halte von Matthias unglaublich viel, er hat eine unglaublich gute Expertise, ist klar in seiner Meinung. Hat natürlich wunderbare Kontakte und Drähte. Der bereitet sich unfassbar gut vor. Was der schon zu Hause leistet und Ideen mit einbringt – mit Jan Henkel zusammen – wie man dann so eine Sendung zeigen will…das ist schon allererste Sahne.

Sammer, Kahn, Scholl, Stani, Lehmann… sind Ex-Kicker die besseren Experten oder warum sieht man kaum jemand anderen in dieser Rolle?
Ex-Profis haben viele Situationen einfach persönlich selbst erlebt. Also ich habe nicht Champions-League gespielt nicht Bundesliga, nicht Nationalmannschaft, da sind die einfach schon mal einen Schritt weiter. Ich glaube aber, man kann sich durchaus zutrauen, einen Journalisten da reinzusetzen oder einen, der das Spiel ganz anders aufbereitet, analysiert.

Wie hast du den Trouble um Mehmet Scholl verfolgt kürzlich? Er hatte zwei Sendungen geschmissen, weil er entgegen der ARD-Planungen nicht über Doping in Russland sondern über Fußball reden wollte. Nachvollziehbar? Traust du dir solch radikale Konsequenzen selbst auch zu?
Ich habe das alles nur am Rande mitbekommen, kenne keine Details. Deshalb ist es schwierig, da eine Meinung zu haben…

Unabhängig von Scholl – ist es denkbar für dich, dass du dich Vorgaben eines Senders widersetzt, weil dir ein Thema nicht gefällt?
Ja. Diese Freiheit sollte sich auch jeder rausnehmen. Wenn er nicht über Doping sprechen will in diesem Zusammenhang, dann hat man die Meinungsfreiheit in diesem Land zu sagen: Nö! Und das ist dann auch menschlich. Vielleicht hätte man die Angelegenheit aber etwas diplomatischer lösen können und ich hätte an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht das Studio verlassen.

  

These: Für prominente Persönlichkeiten war das Leben in der Öffentlichkeit nie schwieriger als heutzutage. Die Fans, die Medien – jeder stürzt sich auf jeden noch so kleinen Ausrutscher. Wie denkst du drüber?
Ja, das ist ein Sport geworden. Ich finde den Status Quo fürchterlich. Es gibt heutzutage nur noch schwarz oder weiß, vor allem in den Sozialen Netzwerken. Die oft Unsoziale sind. Ich habe bei der Frauen-EM Dänemark gegen Österreich kommentiert und ich hab glaube ich fünf Mal Norwegen gesagt anstatt Dänemark. Mir ist das gar nicht aufgefallen. Das fällt dann den Leuten auf und das wird einem dann um die Ohren gehauen. Dabei ist nicht die Kritik, sondern die Art wie sie geäußert wird, bedenklich.

Hast du einen Assistenten dabei eigentlich?
Nur bei der Nationalmannschaft und in der Bundesliga. Naja – am Ende habe ich gesagt: Hauptsache, die Skandinavierinnen haben gewonnen. Aber ich finde diese Entwicklung echt nicht schön. Warum? Also natürlich sind wir Moderatoren, Kommentatoren oder Schauspieler in der Öffentlichkeit – ja. Aber muss denn alles durch den Kakao gezogen werden? Und wenn einer einen super Kommentar abgegeben hat, dann wird nicht geschrieben. Da kann sich nicht drüber lustig gemacht werden.

Das größte Lob ist, wenn gar nichts kommt…
Absolut. Und was ich auch bedenklich finde – dass auch Kollegen über Kollegen schreiben. Manchmal auch echt bitter. In den Sozialen Netzwerken von der schreibenden Zunft. Böse. Echt böse zum Teil. Und ich meine jetzt gar nicht diese Bälle-Verteilung in der SportBILD, aber…wenn Kollegen gegen Kollegen schießen, dann frage ich mich: Freunde, was ist mit euch eigentlich los?

Bei der EM 2016 stand Claudia Neumann im Kreuzfeuer der Kritik, du hast sie relativ offensiv verteidigt damals. Siehst du die Notwendigkeit, das wieder zu tun?
Total. Wir sind Kollegen. Von mir wird es nie etwas Negatives über Kollegen geben. Das steht mir gar nicht zu, weil ich selbst ja auch Fehler mache. Und wenn Claudia Neumann so angegangen wird auf schauvinistische Art und Weise, nur weil sie eine Frau ist…nach dem Motto „Das kann ja gar nichts werden“…also da werde ich auch in Zukunft was sagen. Weil das geht mir echt gegen den Strich. Ich schätze Claudia Neumann sehr. Und sich nur über ihre Stimme aufzuregen, da muss ich sagen: Dann hört mal generell hin, wer so alles vor ein Mikro tritt. Das ist doch eine reine Geschmackssache.

Du kennst ja einen unserer USPs – die Arbeitsnachweise. Die sind ja in der Regel schon auf Besonderheiten aus, sprich: Wenn der Kommentator fünfmal Norwegen anstatt Dänemark sagt, ist das natürlich auch irgendwo lustig. Glaubst du, das diese Art von Humor auch eine Art Grundlage sein kann für negatives Feedback und Hasskommentare?
Vielleicht. Weil es dann doch auch Leute gibt, die nicht so laut „Hallo“ geschrien haben, als Gehirn verteilt wurde. Die genau diese humoristische Herangehensweise als ernsthaft ansehen und sich dann echauffieren und das satirische Element gar nicht sehen wollen.

Wie kommen die Arbeitsnachweise eigentlich bei Euch Kommentatoren an?
Sie können vielleicht schon auch Nährboden sein für Hasskommentare, aber trotzdem – bitte nicht unterlassen. Ich glaube wir und die meisten Leute können das gut trennen, was Humor ist und was kein Humor ist. Nochmal: Wir machen doch Fußball. Wir machen Sport.

Die Frage ist doch immer: Für was steht das jeweilige Medium? Da kann man sich auch mal Gedanken darüber machen. Ich sags mal so: eine Tageszeitung steht sicherlich für etwas Anderes als FUMS. Das muss man differenzieren können.

Natürlich müssen wir auch kurz über Fritz von Thurn und Taxis sprechen. Wie hast du die Abschiedstour der Kommentatorenlegende wahrgenommen? Hattest ihn selbst zu Gast beim kicker-talk, hast den Hashtag #FRITZLOVE selbst genutzt…
Interessant fand ich erstmal, wenn man so die Jahre vorher gesehen hat, was so alles an Negatives gegenüber Fritz kam, und dann die letzten Wochen…alle sprangen auf #FRITZLOVE auf…das hatte schon so ein bisschen was von Heuchelei, fand ich. Ich habe immer gesagt: Fritz hat schon so viel gemacht, so viel erlebt. Wenn man ihn persönlich kennengelernt hat, das ist einer der tollsten Kollegen, die ich je kennenlernen durfte. Mit Charme, Demut, Freundlichkeit. Wenn Fritz kommentiert hat, war das so ein Gefühl: Der nimmt mich jetzt in Arm und wir gucken Fußball. Der hat immer Spaß an der Sache gehabt. Da kann man sich schon eine Scheibe von abschneiden. Es ist schade, dass er nicht mehr dabei ist, weil er einen Wiedererkennungswert hat, der grandios ist.

Du giltst als einer der beliebtesten Kommentatoren – weil oder obwohl du weniger polarisierst beziehungsweise dich etwas mehr zurückhältst?
Ich glaube, ich bin so. Ich bin ja auch schon mal emotional. Aber in erster Linie möchte ich das Fußballspiel gucken, das hat die höchste Priorität. Es geht um das Spiel da unten, um die Protagonisten. Es geht nicht um mich. Ich gebe den Zuschauern Informationen an die Hand, mache sicherlich auch mal einen Spaß und versuche, diese Bierernstigkeit herauszunehmen. Wir dürfen übrigens auch mal lachen, was ich ganz wichtig finde. Ich bin aber kein Entertainer, das braucht’s beim Fußball nicht.

Was wäre Marco Hagemann geworden, wenn er nicht Sportjournalist bzw. Kommentator geworden wäre?
(lacht) Es gab keinen Plan B. Echt nicht. Für mich war Sportjournalist klar, als ich 15 Jahre alt war. Dass sich das dann mit dem Kommentieren ergeben hat, ging relativ schnell. Aber ich hätte nicht gewusst, was ich sonst gemacht hätte. Ist ganz okay gelaufen..

Letzte Frage, Marco: Event statt Sport, die Neymar-Ablöse beträgt 222 Mio. Euro, Multi-Abo-Wahnsinn, WM in Katar, Trikots für 90 Euro und mehr, Asienreisen statt ordentliche Vorbereitung. Ist der Fußball noch zu retten oder genießen wir zusammen einfach die letzten Stunden?
Die SOnne geht unter – NEIN. Klar, ist der Fußball zu retten. Viele müssen sich wirklich mal Gedanken machen, wohin wir mit dem Fußball wollen. Aber wenn die Kataris plötzlich um die Ecke kommen und so ein Deal wird eingefädelt unter ominösesten Umständen, dann habe ich da echt ein Problem mit. Wenn Neymar sagt, er wechselt nicht wegen des Geldes, da muss ich wirklich schmunzeln. Also wer 30 Mio. Netto bekommt, der wird sicherlich auch Geldgedanken gehabt haben.

Nochmal: Dieser Satz „Das ist der Markt“ fällt mir zu oft. Wir vergessen den Fußball. Natürlich hat sich die Zeit verändert. Auslandsreisen müssen sein. Weil da die Liga repräsentiert wird und der Verein. Aber bitte alles in Maßen. Sonst entfernen wir uns zu weit von der Basis. Irgendwann fallen mir auch keine Erklärungen mehr ein, wie ich so einen Neymar-Transfer den Menschen erklären soll.


Flotte Schnellfragerunde zum Abschluss. Bitte vervollständige die Sätze:

222 Millionen für einen Spieler ist…völliger Wahnsinn.
Der Videoassistent ist…eine gute Neuerung.
Das schönste Stadion der Welt steht in…Dortmund.
Ich habe schon als Kind geschlafen in Bettwäsche von…Borussia Dortmund. Und Bielefeld.

Beim VfB Schloss Holte 1919 schwärmen sie noch heute von meiner…(lacht erneut laut, überlegt dann lange) nicht vorhandenen Ausdauer an der Bar.
Als BVB-Fan in München leben ist…völlig problemlos.
Deutscher Meister 2017/18 wird…Bayern München.
Der HSV spielt Relegation gegen…(lacht) den FC St. Pauli.
Ein Spiel der letzten 40 Jahre, das ich gern kommentiert hätte, ist…wow, alter Schwede. Das ist echt schwierig. Borussia Dortmund gegen Juventus Turin im CL-Finale.
FUMS ist…das, was man immer wieder zwischendurch lesen sollte. Um gut drauf zu sein.
Marco Hagemann fand dieses Interview…sehr kurzweilig.


Interview: Cord Sauer | Fotos: Max Hartmann

 

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