W-Ähm #3: Wiiiilmots! Jabbadabbadu!

Der Ball rollt in Brasilien und Johannes Mittermeier schaut ganz genau hin. Wöchentlich hält er an dieser Stelle für FUMS seine Beobachtungen fest und arbeitet auf, was alle anderen Medien nicht schaffen. Er durchdringt die zugewucherten Sphären des alltäglichen WM-Wahnsinns und kämpft für stupide Wortspiele und flache Witze.


Ist das nicht toll? Spanier, Engländer, Italiener – alle auf gepackten Koffern. Es gibt keine Kleinen mehr, dozieren die Gelehrten. Philipp Lahm widerspricht.

Was sind sie also die Trends dieser WM? Favoritenstürze. Joker-Tore. Schöne Tore. Superstars. Und Superstars wie Balotelli, Rooney und CR7, die nun ja…sich auf ihrem Superstar-Status ausruhen.

Neymar hingegen hat Bock. WM im eigenen Land und so. Doch der ganz große Zauber bleibt auch bei den Brasilianern aus. Ist mehr so ein… „komm‘, wir verbarrikadieren uns hinten und vorne luchst Junior schon einen rein“-Ding. Ein Matchplan. Immerhin. Wenn auch Steinzeitfussball. Fräääät gibt den Feuerstein. Währenddessen die Belgier so: „Wiiiilmots! Jabbadabbadu!“

Apropos Belgier. Gemeinsam mit Deutschland, den Niederlanden und den Griechen (sonst noch wer?) ist Belgien bemüht, die europäische Ehre zu retten. In Südamerika ist noch nie eine europäische Mannsch…jaja. Deshalb haben sich die Holländer sicherheitshalber direkt zum Vorrunden-Weltmeister gekürt. Van tastisch! Wenn auch mehr tastisch als van. Früher war jedenfalls mehr van.

Apropos Fun: Für Costa Rica dürfte die WM zum spaßigsten Erlebnis überhaupt werden. Die Todesgruppe mit den Briten, Balotelli und Buhruguay hätte Zitterfüßchen verursachen können, letztendlich aber bissen sich fast alle die Zähne aus.

Achtelfinale, Freunde. Wer hätte das gedacht? Dort trifft sich, wer Rang und Namen hat. Costa Rica, Griechenland, Jogi und Klinsi. Moment. Die Sommermärchen-Macher müssen erst noch in der Vorrunde ran. Einziger Stolperstein? Berti Vogts. Hätte man 2006 auch nicht für möglich gehalten, dass diese Liebe mal an ihm zerbricht.

Was haben Jürgen und Joachim nicht einst durchgemacht in schwarz-rot-goldener Dynastie… Gummibänder im Training, Mike Hanke in der Startformation, Katrin Müller-Hohenstein im Interview. Nichts konnte sie erschüttern, das schwäbisch-badische Bündnis schien undurchdringlich. Kahn spürte Klinsmanns Revolte, Kalifornien spürte Ulrichs Zorn, Tevez spürte Arne Friedrichs Atem. Ein Tagtraum. Bis Grosso abzog.

Das war ungefähr der Punkt, an dem Klinsmann merkte, dass er eigentlich so überhaupt keinen Bock auf mühselige Qualifikationsspiele in der Slowakei hat. Am Brandenburger Tor entzweite sich der gemeinsame Weg. Schon Naidoo wusste, dass es kein leichter sein würde.

Die Protagonisten sangen den Refrain in Dauerschleife. Klinsi wurde Bayern-Praktikant, Hoeneß-Intimus und USA-Pionier. Jogi blieb einfach Jogi. (Katrin-Müller-Hohen)steinig und schwer und so.

Jetzt reicht beiden ein Unentschieden, um den Portugiesen eine lange Nase zu drehen. Direkt sind sämtliche Kommentatoren in Lauerstellung: Gibt es 2014 die zweite Schlande von Gijon? Gijon 2.0? Recife 1.0? Man kann die Meute beruhigen: Auf Nichtangriffspakte lässt sich Amerika grundsätzlich nicht ein.

Sollte es wider Erwarten doch auf eine Punkteteilung hinauslaufen, möge bitte Koloss Klose eingewechselt werden. Braucht inzwischen zwar Hilfestellung beim Bodenturnen, hat für Rihanna aber immer noch gereicht.

Von Johannes Mittermeier

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